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Aktivismus in der Logik des „wir-gegen-die“ fördert die Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft. Dieser Pfad führt eher zu Gewalt und Zerstörung, als die Grundlage für ein besseres System zu legen.

Wie können wir stattdessen unsere erstaunliche Fähigkeit zum kooperativen Handeln nutzen und fördern?

Wie können wir zu klugen Agenten und Agentinnen des Wandels werden, die zu einer dauerhaften positiven Veränderung unserer komplexen Welt beitragen, damit das Leben auf der Erde gedeiht?

Wie können wir Gesellschaftssysteme entwickeln, die das Wohlergehen des gesamten Systems im Auge behalten - und wie können wir dies tun, bevor es zu spät ist?

 
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Das Protopia Lab

ist ein Raum des offenen Dialogs und des kreativen Lernens darüber, wie wir Vertrauen in unsere polarisierten Gesellschaften zurückbringen und Wege für eine umfassende Kooperation zwischen den Menschen über Ländergrenzen hinweg finden; eine Weiterentwicklung unserer Zivilisation, die uns vor dem gesellschaftlichen und ökologischen Kollaps bewahrt.

WAS IST PROTOPIA?

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Die Utopie ist die perfekte Traumwelt, die wir niemals erreichen werden. In der Vergangenheit führte das Streben nach der Utopie oft zur Dystopie, nämlich wenn der einzige Weg, Fortschritte zu erzielen, darin bestand, die eigene Vision mit totalitären Mitteln durchzusetzen.
Unser Ziel ist nicht die perfekte Welt. Protopia ist die Vision einer Welt, in der unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden und unvermeidbare Zielkonflikte ausgelotet werden; in der bedacht wird, dass gutgemeinte Veränderungen negative Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben können und Modifizierungen daher behutsam vollzogen werden.
Niemand hat umfassende Antworten darauf, wie ein besseres System letztendlich funktionieren und aussehen wird. Was wir vorschlagen, ist ein Prozess des Ausprobierens und Reflektierens, ein evolutionärer Suchprozess in Richtung Protopia.

WAS SIND UNSERE ZIELE? 

 
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Sensemaking: Neue Wege erlernen, um die Welt zu begreifen

Die komplexen Probleme der Welt verlangen von uns die Fähigkeit, die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Die Realität unserer Informationsökologie macht uns dies jedoch immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Die bisherigen Formen der Sinnerzeugung (sensemaking) leiden unter einem Vertrauensverlust in die traditionellen Medien, die sich immer weniger der unabhängigen Wahrheitssuche verschreiben und stattdessen zu parteiischen Hütern bestimmter moralischer Weltanschauungen werden. Bei den sozialen Medien definieren zudem Algorithmen die Auswahl der angezeigten Nachrichten, zugeschnitten auf unsere jeweiligen bestehenden politischen Präferenzen. Sie schüren auf diese Weise weiter die Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft auf der ganzen Welt. Die Folge ist, dass wir zunehmend in sehr unterschiedlichen Realitäten und ideologischen Filterblasen leben und es immer unwahrscheinlicher wird, ein gemeinsames Grundverständnis über die Welt zu bilden.

Im Protopia Lab wollen wir uns unsere eigenen verzerrten Wahrnehmungen bewusst machen und die Fähigkeit entwickeln, Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Wir werden dabei besonderes Augenmerk auf psychologische Prozesse legen, die uns helfen, uns von unseren ideologischen Deutungsrahmen lösen zu können. Wir wollen eine breite Palette von Ideen und Überzeugungen in unseren Diskussionen zulassen, insbesondere auch von Menschen, die Meinungen vertreten, welche von unseren eigenen Werten abweichen.

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Moralische Gewissheiten abbauen und Großherzigkeit kultivieren

Wir werden die größten Probleme unserer Zeit wie den Klimawandel nur dann erfolgreich lösen können, wenn wir die Polarisierung in unseren Gesellschaften stoppen. Nur ein tiefes und empathisches Verständnis der Dynamiken, die zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Gräben geführt haben, wird den Weg für ein erneuertes vertrauensvolles Zusammenleben frei machen.

Die politische Polarisierung und die autoritären und nationalistischen Strömungen der letzten Zeit sind nur zum Teil Aufstand gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Globalisierung. Sie sind zudem Rebellion gegen die Auswirkungen des kulturellen Liberalismus, der in den letzten Jahrzehnten hegemonial geworden ist.

Diese Polarisierung ist kein Konflikt zwischen Gut und Böse, sondern ein tief sitzendes Unverständnis zwischen verschiedenen Moralvorstellungen, wobei jede Seite davon überzeugt ist, für eine gute Sache und nicht aus Eigeninteresse zu kämpfen. Wenn wir dies verstehen, können wir unsere moralische Überheblichkeit ablegen und lernen, Menschen mit Toleranz zu begegnen, auch wenn ihre Wertvorstellungen von unseren abweichen.

Im Protopia Lab werden wir ein tiefes Verständnis über die Ursachen der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Krisen erlangen, die unter anderem in unserem evolutionsbiologischen (genetischen und kulturellen) Erbe zu finden sind. 

Wir wollen erlernen, wie wir auf undogmatische Weise miteinander ins Gespräch kommen können und erkennen, wie das Vertrauen zwischen den polarisierten Gruppen wiederhergestellt werden kann.

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Zu Gestaltern der kulturellen Evolution werden

Gerade die tiefe Krise des Liberalismus eröffnet uns Gelegenheiten für eine Neuausrichtung. Wenn wir die scheinbar verfahrene Situation aufmerksam analysieren und einen kollektiven Suchprozess für eine lebenswerte Zukunft starten, können wir diese Krise als Chance nutzen.

Es wird oft ignoriert oder tabuisiert, dass die Art und Weise, wie unsere Gesellschaften funktionieren und mit ihren Problemen umgehen, tief biologisch verwurzelt ist.

Im Protopia Lab werden wir daher explizit auf das Wissen aus den Evolutionswissenschaften zurückgreifen. Die Berücksichtigung unserer biologischen (genetischen und kulturellen) Veranlagungen wird uns helfen, fundierte Annahmen darüber zu treffen, welche Gestaltungsmerkmale und welche Veränderungsstrategien hin zu gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaften eher funktionieren werden und welche weniger. 

Wir werden uns grundlegende Fragen stellen: Wie können wir den inneren Autopiloten ausschalten und die (kulturelle) Evolution selbst in die Hand nehmen? Wie können wir zu Gestalterinnen und Gestaltern von Prozessen werden, die den gesellschaftlichen Kollaps verhindern und unsere Zivilisation auf die nächste Stufe heben?

Wie können wir mithilfe des adaptiven Ansatzes des Prototyping (ausprobieren, beobachten, reagieren) in gesamtgesellschaftliche Dynamiken eingreifen und schrittweise Veränderungen vornehmen, die das ganze System verbessern?

Die größten und dringendsten Probleme unserer Zeit können nicht auf dem Niveau gelöst werden, auf dem die Menschheit bisher mehr oder weniger erfolgreich kooperiert hat. Unsere Zivilisation und die ökologischen Systeme der Erde sind so stark voneinander abhängig, dass sie ein Maß an Zusammenarbeit auf planetarischer Ebene erfordern, von dem wir leider noch weit entfernt sind.

Wir müssen Gesellschaftsformen entwickeln, die das Wohlergehen des gesamten Systems im Blick haben, und wir müssen dies tun, bevor es zu spät ist. 

 

WAS PLANEN WIR? 

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Wir bringen Menschen der Zivilgesellschaft und andere Akteure des Wandels aus einem breiten Spektrum von Standpunkten und Ideologien zusammen, die aufgeschlossen und bereit sind, Teil eines ausdrücklich undogmatischen Dialograums zu werden. 

Unser erster Präsenzworkshop fand im Oktober 2022 in Barcelona statt.

Du kannst dich hier für unseren Newsletter anmelden, um über zukünftige Aktivitäten informiert zu werden. 

 

Wenn du mit uns Kontakt aufnehmen möchtet, schick uns jederzeit eine E-Mail.

WAS GIBT ES NEUES?

 

WER SIND WIR? 

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Micha Narberhaus

Founder and strategic lead

Micha co-founded the Smart CSOs Lab. Since 2004, he has worked at the interface between research and activism with a deep interest in systems thinking and theories of systems change. Recently, he undertook extensive research on the causes of polarisation and on how to advance the ecological transition in the current political context. This work led to the publication of the book Switching off the autopilot: An evolutionary toolbox for the Great Transition.

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Alexander Beiner

Facilitator and process designer

Ali is co-founder of Rebel Wisdom, a media and events organisation focused on understanding systems change, culture and overcoming ideological polarisation. He is an experienced facilitator and trained as both a mindfulness instructor and counsellor, skills he has used to create events focused on mediating cultural differences, collective intelligence and personal development. He has a background in conceiving and producing innovative experiences, having previously worked in some of the world’s top events agencies.

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Viki Lafarga

Project manager and editor

Viki is a freelance editor, translator, and project manager, and wears several hats over the course of a workweek. She specializes in translating (Spanish to English) and editing popular science, with a background in psycholinguistics and cognitive science. In addition to editing, she irons out logistical wrinkles here at the Protopia Lab as well as at the SetLife Network, a non-profit engineering consultancy.